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Hat Google einen Cloud-Sicherheitsfehler im Wert von 32 Milliarden Dollar begangen?von@Manish-sharma
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Hat Google einen Cloud-Sicherheitsfehler im Wert von 32 Milliarden Dollar begangen?

von Manish Sharma3m2025/03/25
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Google hat gerade 32 Milliarden US-Dollar in Wiz investiert, ein vier Jahre altes Cloud-Sicherheits-Startup – fast das Dreifache seiner letzten Bewertung. Obwohl der Deal als Machtspielzug im Bereich Cloud-Sicherheit angepriesen wird, weckt er Bedenken hinsichtlich Überzahlungen, kartellrechtlicher Kontrolle, der Bindung von Talenten und der Frage, ob Unternehmen tatsächlich einsteigen werden. Ist das eine mutige Strategie oder Googles teuerster Fehler?
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Google hat gerade eine Bombe in der Tech-Welt platzen lassen: Die Übernahme des Cloud-Sicherheits-Startups Wiz für unglaubliche 32 Milliarden Dollar in bar ist eine der größten Übernahmen im Bereich Cybersicherheit überhaupt und sorgt weltweit für Aufsehen.

Obwohl Google dies als Sicherheitsmachtspiel für seine Cloud-Sparte darstellt, bin ich nicht davon überzeugt, dass sich diese massive Wette auszahlen wird. Hier erfahren Sie, warum dies Googles teuerster Fehler sein könnte.

Ein Preisschild, das der Schwerkraft trotzt

Betrachten wir das Ganze einmal im Kontext. Google zahlt 32 Milliarden Dollar für ein Unternehmen, das erst 2020 gegründet wurde, also erst vor vier Jahren. Wiz wurde mit 12 Milliarden Dollar bewertet, nachdem es im vergangenen Frühjahr eine Milliarde Dollar eingesammelt hatte. Das bedeutet, dass Google für diese einzelne Übernahme fast das Dreifache der letzten Bewertung von Wiz und etwa 10 % der gesamten Barreserven von Alphabet (95,7 Milliarden Dollar) zahlt.


Noch aufschlussreicher? Berichten zufolge versuchte Google vor etwa sechs Monaten, Wiz für 23 Milliarden Dollar zu kaufen, doch der Deal scheiterte aufgrund von Bedenken von Investoren und Kartellbehörden. Jetzt ist Google zurück und zahlt weitere neun Milliarden Dollar. Das entspricht einem Aufschlag von 39 % in einem halben Jahr für praktisch dasselbe Unternehmen. Jemand bei Google will Wiz unbedingt haben.

Das Multi-Cloud-Rätsel

Google behauptet, Wiz werde weiterhin Amazon Web Services, Microsoft Azure und Oracle Cloud unterstützen. Klingt auf dem Papier gut, aber fragen Sie sich: Ist Google wirklich motiviert, sein teures neues Sicherheitstool auf konkurrierenden Plattformen einwandfrei funktionieren zu lassen?


Tatsächlich bleibt Google Cloud im Cloud-Rennen hinter AWS und Azure abgeschlagener Dritter. Diese Übernahme wirkt eher wie ein verzweifelter Versuch, sich einen Vorteil zu verschaffen, als eine koordinierte Sicherheitsstrategie. Google versucht im Grunde, die Sicherheitsebene für die Infrastruktur seiner Konkurrenten zu übernehmen. Das ist eine prekäre Position, die vom ersten Tag an falsche Anreize schafft.

Sicherheit verkauft sich, aber wer kauft?

Wiz hat zweifellos eine beeindruckende KI-gestützte Sicherheitsplattform entwickelt, die Unternehmen hilft, Schwachstellen in ihren Cloud-Infrastrukturen zu identifizieren. Aber reicht fortschrittliche Cloud-Sicherheit aus, um das Ausgabenverhalten von Unternehmen oder die Präferenzen von Cloud-Anbietern zu verändern?


Zudem haben nur 44 % der mittelständischen Unternehmen in Cybersicherheit investiert. Trotz aller spektakulären Sicherheitsverletzungen und ständiger Warnungen betrachten die meisten Unternehmen Sicherheit immer noch als unnötiges Übel und nicht als Wettbewerbsvorteil. Werden Unternehmenskunden plötzlich Premiumpreise für das Google-eigene Wiz zahlen, wenn es unzählige andere Sicherheitsanbieter gibt?

Der kartellrechtliche Schatten

Trotz der Behauptung, Trumps Regierung habe ein „vertragsfreundlicheres Kartellrecht“ geschaffen, unterliegen große Tech-Akquisitionen weiterhin einer intensiven behördlichen Kontrolle. Der Wiz-Deal wird zweifellos zu Überprüfungen führen, die die Integration möglicherweise verzögern und bei Kunden und Mitarbeitern Unsicherheit erzeugen.


Diese behördliche Überprüfung ist nicht nur ein vorübergehendes Ärgernis. Sie könnte Googles Nutzung der neuen Akquisition grundlegend verändern und möglicherweise genau die Synergien einschränken, die den hohen Preis überhaupt erst gerechtfertigt haben.

Die Herausforderung, Talente zu binden

Cybersicherheitsexperten gehören zu den gefragtesten Fachkräften in der Technologiebranche. Das Gründerteam von Wiz baute Adallom auf und verkaufte es 2015 für 320 Millionen Dollar an Microsoft. Nur ein Jahrzehnt später haben sie ein Unternehmen gegründet, das für das Hundertfache dieses Betrags verkauft wird. Es handelt sich um außergewöhnliche Unternehmer mit nachweislichen Erfolgen.


Aber werden sie nach der Übernahme bleiben? Googles Unternehmenskultur und Bürokratie unterscheiden sich grundlegend von der eines schnelllebigen Startup-Umfelds. Welchen Anreiz haben die Gründer und die wichtigsten technischen Talente zu bleiben, sobald sie ihre Übernahmeprämien erhalten haben? Die Geschichte der Technologieübernahmen deutet darauf hin, dass viele das Unternehmen verlassen, um neue Unternehmen zu gründen und dabei wichtiges institutionelles Wissen mitnehmen.

Das Fazit

Googles 32-Milliarden-Dollar-Spekulation mit Wiz ist entweder bemerkenswerte Weitsicht oder eine kostspielige Fehlkalkulation. Cybersicherheit bleibt zwar von entscheidender Bedeutung, doch Preis, Integrationsschwierigkeiten und Wettbewerbsdynamik deuten darauf hin, dass diese Übernahme möglicherweise nicht den erwarteten Mehrwert bringt.


Für ein Unternehmen, das sein Imperium auf organischem Wachstum und kleineren, strategischen Akquisitionen aufgebaut hat, ist diese massive Wette auf Wiz eine Anomalie. Nur die Zeit wird zeigen, ob sich Googles Cloud-Sicherheits-Trick auszahlt oder sich in die lange Liste der teuren Fehler der großen Technologieunternehmen einreiht.